Günter Heuzeroth

Hallo liebe Gita und Martin!
Meine Gedanken an Paulis Urdze habe ich verfasst, und schicke Euch das Ergebnis als Anhang zu. Wunderbar ist das Foto, wo er an der Wand lächelned steht. Da habt ihr Euch mit Sicherheit etwas bestimmtes dabei gedacht. Meine Gedanken waren auch die:  Paulis hat mit seinen Sorgen um so vieles an so manchen Tagen, wie man so sagt, mit dem Rücken an der Wand  gestanden. Aber sein Glaube den Schöpfer und die Hoffnung auf das Gelingen seiner vielen Vorhaben, stand vor seinen Augen. Er packte zu, und es ist ihm dann gelungen.
In lieben Gedanken an Euch,
Günter Heuzeroth

Günter Heuzeroth                                                                Oldenburg November 2020

Liebe Gita, lieber Martin!

Ich grüße Euch herzlich aus eurer alten Heimat Oldenburg.

Ich freue mich sehr darüber, dass Eure Familie auf diese Weise Euren Vater und Ehemann, Paulis Urdze zu seinem 100 Geburtstag in Memoria gedenkt und ehrt.

Ich kenne viele Personen die für und mit Menschen Sinnvolles gutes getan haben. Paulis Urdze ist für mich einer der herausragensten Persönlichkeiten unter diesen.

Ein Mensch, der in einer für viele durch die Ereignisse des 2. Weltkrieg heimatlos gewordenen Letten in ihrer Not und Verzweiflung wieder Hoffnung machte und einen  Lebenssinn gab. Er war eine Persönlichkeit, die zur richtigen Zeit an einem wichtigen Ort war.

Durch meine Recherchen für eine Dokumentation des Lettenlagers und der späteren gebauten Siedlung ist mir das  unermüdliche Schaffen dieses Mannes deutlich geworden: geflohene und vertriebenen Kriegsversehrten und geistig unterentwickelten jungen und alten  Menschen richtete er in einer schlichten Holzbaracke eine Selbsthilfewerkstatt ein. Der Beginn der Gemeinnützigen Werkstätten e. V. Oldenburg, die heutzutage über eintausend Menschen behinderten jungen und alten Menschen Lebenssinn und  selbsterarbeitetes Brot gibt.

Paulis Urdze  gründete im Jahr 1963 einen Kindergarten. Nur 1 Jahr später wurde durch sein Engagement der Grundstein für das Lettische Jugend- und Kulturzentrum in Oldenburg-Ohmstede gelegt, welches heute von der Stadt Oldenburg als der größte Jugendkulturtreff in der Region betrieben wird. Seine Mission war, als Pastor der Ev. Lettischen Kirchengemeinde  ein Netz von einer Gemeinwesenarbeit aufzubauen. Dafür braucht man allerdings hilfswillige Mitsreiter. Paulis Urdze hat sie immer wieder gefunden. Die vielen Spender die sich für seine Werke fanden, waren von der Qualität seiner Ideen und Durchsetzungskraft überzeugt.

Paulis Urdze war ein Überzeugungs-Tatmensch. Was sicher ist, dass all das, was er in dieser Zeit geschafft hat, viel Kraft von ihm wie von seinen Familienmitglieder abverlangt hat. Wer so wie dieser Mann gebrannt hat,  wie eine Kerze an zwei Enden, kann meistens nicht alt werden. Seine Werke aber sind es, die älter als er geworden sind.

Was gibt´s Schöneres, als einem solchen Menschen zu gedenken und zu danken, und das  nicht nur an seinem 100 ten Geburtstag. Es sind nicht wenige junge und alte Menschen, die Begegnung mit ihm hatten, die öfters an Paulis Urdze sich erinnert haben und noch erinnern, und ihn in ihren Herzen aufbewahren.

Ich hoffe und wünsche mir, dass auch die heutigen noch existierenden Institutionen, wie die Gemeinnützigen Werkstätten e.V. so wie auch die Stadt Oldenburg, die ja die Arbeit von Paulis Urdze weiter betreiben, in ihren Publikationen und Mitteilungen hin und wieder nicht vergessen, diesen Namen dankend zu erwähnen. Ich in froh darüber, dass ich u.a. das Werk von Paulis Urdze in meiner im Internet veröffentlichten Dokumentation "Baltenflüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg im deutschen Exil..."  sichtbar machen konnte, um  ihn damit auch zu würdigen.

Seine  Grabstätte auf dem Ohmsteder Friedhof sollte man aus Dankbarkeit für sein Wirken in schlichter Form noch über einen langen Zeitraum erhalten. Und eine Straße in diesem Ortsbereich sollte ihm auch gewidmet werden. Wer hätte es mehr verdient als Paulis Urdze?

Tot ist nur der vergessen ist, Pastor Paulis Urdze darf nicht vergessen werden!

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